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Kommentar: Kolonialgeschichte braucht Raum für Widerspruch

Die Ausstellung zum Baakenhafen ist kein Ersatz für historische Aufarbeitung. Aber sie schafft etwas Wesentliches: einen sichtbaren Ort für eine Debatte, die in die Stadtgesellschaft gehört.

Kommentar. Dass Hamburg seine koloniale Vergangenheit nicht als Fußnote behandelt, ist überfällig. Die Ausstellung zum Baakenhafen im Rathaus setzt dafür einen öffentlichen Ankerpunkt. Sie verknüpft einen konkreten Ort der Hafenstadt mit dem Kolonialkrieg gegen OvaHerero und Nama.

Fakten gehören in die Mitte der Stadt

Die Ausstellung dokumentiert nach Angaben der Stadt die Rolle des Baakenhafens als Teil kolonialer Infrastruktur. Dass sie in der Rathausdiele gezeigt wird, ist richtig: Geschichte, die kommunale Verantwortung berührt, gehört nicht nur in Fachpublikationen oder an den Rand der Stadt.

Ein Rundgang ist ein Anfang

Der angekündigte Rundgang am 27. September eröffnet die Chance, Fragen am historischen Ort zu stellen. Gerade weil der Baakenhafen heute in einem stark veränderten Stadtteil liegt, kann der Blick auf Kontinuitäten und Brüche helfen. Das setzt allerdings voraus, dass unterschiedliche Perspektiven, insbesondere aus Namibia, nicht nur dekorativ einbezogen werden.

Aufarbeitung ist kein Termin im Kalender

Ein Ausstellungsmonat erledigt die Aufgabe nicht. Dauerhafte Bildungsangebote, zugängliche Informationen und eine transparente Debatte über Erinnerungskultur wären die angemessene Konsequenz. Die Stadt sollte den Impuls deshalb über September hinaus aufnehmen.

  • Fakt: Die Ausstellung läuft bis 30. September.
  • Fakt: Sie entstand mit namibischen Kooperationspartnern.
  • Wertung: Hamburg sollte daraus dauerhafte Bildungsarbeit entwickeln.

Quellen

  1. Ausstellungen im Hamburger Rathaus – Freie und Hansestadt Hamburg · abgerufen am 26. Sep. 2026
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