Freitag, 4. September 2026 Hamburg 18 °C, bewölkt
Norddeutschland Niedersachsen
Geologische Forschung

180-Meter-Bohrung soll Erdgeschichte bei Helmstedt entschlüsseln

Westlich des Helmstedter Ortsteils Emmerstedt beginnt am 14. September eine geologische Forschungsbohrung. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie will bis in 180 Meter Tiefe vordringen und …

Westlich des Helmstedter Ortsteils Emmerstedt beginnt am 14. September eine geologische Forschungsbohrung. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie will bis in 180 Meter Tiefe vordringen und Gesteinsschichten untersuchen, die zwischen 27 und 40 Millionen Jahre alt sind.

Bohrkerne kommen ins Labor nach Hannover

Die Fachleute wollen eine möglichst vollständige und ungestörte Abfolge der Schichten aus dem Paläogen gewinnen. Erwartet werden vor allem Tone und Sande. Das Bohrgerät fördert dafür Kernabschnitte von jeweils einem Meter Länge und zehn Zentimetern Durchmesser an die Oberfläche.

Die Proben werden anschließend im Geozentrum Hannover untersucht. Im Labor suchen die Geologinnen und Geologen unter anderem nach Sedimentstrukturen und Fossilien. Auch die chemische Zusammensetzung der Gesteine wird analysiert. Daraus sollen Erkenntnisse über die Entstehung der Schichten und die Entwicklung der Region gewonnen werden.

Region lag einst an einer tropischen Küste

Nach Angaben des Landesamtes hätte Helmstedt vor rund 40 Millionen Jahren eher an einer Küste mit tropischem Klima gelegen als mitten auf dem Festland. In den folgenden Millionen Jahren kühlte sich das Klima deutlich ab, während sich die Meeresverhältnisse veränderten. Die tief liegenden Ablagerungen dokumentieren diese Entwicklung.

Solche Schichten lassen sich in Niedersachsen nur durch Bohrungen erkunden. Die Untersuchung ist Teil der geologischen Landesaufnahme, mit der der Untergrund systematisch erfasst wird.

Bohrplatz wird anschließend renaturiert

Für Bohrung, Tests und Verfüllung sind etwa sechs Wochen vorgesehen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Bohrloch vollständig verschlossen und der Platz renaturiert werden. Die landwirtschaftliche Fläche soll danach wieder uneingeschränkt nutzbar sein.

Nach Angaben des Landesamtes gelten während der Arbeiten Auflagen zum Boden-, Umwelt- und Grundwasserschutz. Die Ergebnisse sollen später in die niedersächsische Bohrdatenbank aufgenommen und über den öffentlich zugänglichen NIBIS-Kartenserver bereitgestellt werden.

Quellen

  1. LBEG untersucht 27 bis 40 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten: Bohrarbeiten bei Helmstedt-Emmerstedt beginnenLandesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen · abgerufen am 4. Sep. 2026
  2. Niedersachsen · Landesregierung: LBEG untersucht 27 bis 40 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten: Bohrarbeiten bei Helmstedt-Emmerstedt beginnenNiedersachsen · Landesregierung · abgerufen am 4. Sep. 2026
Prototyp im Content-Netzwerk. Beiträge werden intern als lokal / regional / netzwerkweit geführt; lokale Inhalte haben auf der Startseite Vorrang. Diese Herkunft ist ein internes Metadatum und für Leserinnen und Leser nicht sichtbar.