Kieler Expedition untersucht Umweltfolgen von Altmunition in der Ostsee
Das Forschungsschiff ALKOR ist von Kiel aus zur Expedition AL663 in die Ostsee aufgebrochen. Bis zum 4. November untersuchen Forschende nach Angaben des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel Umweltfolgen mariner Munition. Beteiligt sind Partner aus Polen, Estland, Lettland, Dänemark und Finnland.
Forschung über Grenzen hinweg
Die 24-tägige Fahrt führt durch die zentrale und östliche Ostsee bis nach Estland und Lettland. Im Mittelpunkt stehen Munitionsverdachtsflächen sowie Bereiche, in denen konventionelle oder chemische Munition bekannt ist oder vermutet wird. Die Expedition trägt den Namen AL663 (COMMS-26) und ist laut GEOMAR die dritte von drei aufeinander abgestimmten Forschungsfahrten.
Welche Fragen untersucht werden
Das Team will klären, wie Munitionsaltlasten die Meeresumwelt beeinflussen und wie Risiken für Ökosysteme besser bewertet werden können. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um das Auffinden verdächtiger Objekte, sondern auch um Schadstoffkonzentrationen, Sedimentbedingungen und biologische Lebensgemeinschaften nach Räumaktivitäten.
Technik unter Wasser
Zum Einsatz kommen autonome und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge sowie akustische, optische und geochemische Messverfahren. Sie sollen den Meeresboden kartieren, Objekte dokumentieren und Wasser- und Sedimentproben unterstützen. Zudem wird eine Monitoring-Boje getestet, die künftig bei Räumungen eingesetzt werden könnte.
Warum Kieler Forschung hier wichtig ist
- Altmunition und ihre möglichen Auswirkungen enden nicht an Staatsgrenzen.
- Vergleichbare Daten und Methoden erleichtern gemeinsame Bewertungen im Ostseeraum.
- Die Untersuchung begleitet auch Probebergungen vor der schleswig-holsteinischen Küste wissenschaftlich.
GEOMAR verweist auf umfangreiche Munitionsaltlasten als Erbe der Weltkriege. Die aktuelle Fahrt liefert noch keine abschließenden Antworten. Sie soll Daten schaffen, auf deren Grundlage Behörden, Politik und Fachleute Risiken und technische Optionen besser beurteilen können.
Quellen
- Umweltfolgen mariner Munition in der Ostsee im Fokus – GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel · abgerufen am 15. Okt. 2026