Kieler Polymerfilme erzeugen ihr elektrisches Feld selbst
Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben dünne Polymerfilme untersucht, die während ihrer Herstellung ein dauerhaftes elektrisches Feld ausbilden. Die Studie ist im Fachjournal Science erschienen.
Polarisation schon bei der Herstellung
Bislang mussten vergleichbare Polymerfilme nach ihrer Herstellung zusätzlich polarisiert werden. Das Kieler Team nutzte eine initiierte chemische Gasphasenabscheidung. Dabei richteten sich die Moleküle nach Angaben der Universität bereits während des Beschichtens aus.
Messbare elektrische Potenziale
Die untersuchten Schichten waren zehn Nanometer bis einen Mikrometer dick. Die Universität berichtet von Oberflächenpotenzialen bis zu 24 Volt in den ersten Messungen; inzwischen seien Schichten mit bis zu 100 Volt herstellbar. Die Ergebnisse beziehen sich auf Laborbedingungen und sind keine Ankündigung marktreifer Produkte.
Wo die Methode nützen könnte
- Sensoren und Detektoren
- mikroelektronische Bauteile
- mögliche Anwendungen in der Energietechnik
Als Vorteil nennt das Team, dass sich mit dem Ansatz PFAS-freie polarisierte Polymerfilme entwickeln lassen könnten. Ob und wann daraus konkrete Anwendungen entstehen, hängt von weiterer Forschung und Erprobung ab.
Quellen
- Polymerbeschichtungen erzeugen dauerhaft ein elektrisches Feld – Christian-Albrechts-Universität zu Kiel · abgerufen am 14. Sep. 2026
- Originalpublikation in Science – Science · abgerufen am 14. Sep. 2026