Polizei warnt vor bizarrer Variante des Vorschussbetrugs
Vorpommern-Greifswald. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt vor einer ungewöhnlichen Variante des Vorschussbetrugs. Ein Mann aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald verlor nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg 1.800 Euro, nachdem ihm Unbekannte über einen Messenger einen vermeintlich lukrativen Vertrag angeboten hatten.
Die Kontaktaufnahme erfolgte laut Polizei bereits im Januar. Die Absender gaben sich demnach als Vertretung einer spanischen Anwaltskanzlei aus. Sie stellten dem Mann mehrere Hunderttausend Euro in Aussicht, wenn er sich als Erzeuger für eine zahlungskräftige Partei zur Verfügung stelle und es zu einer erfolgreichen Befruchtung komme. Das angebliche Geschäft sollte über Kanzleien in Spanien und Berlin abgewickelt werden.
Erst Kaution, dann weitere Forderung
Vor einem vereinbarten Treffen verlangten die Unbekannten eine angebliche Kaution von rund 1.800 Euro. Nachdem der Mann gezahlt hatte, folgte eine weitere Forderung über 5.000 Euro. Als Begründung nannten die Täter angebliche Auflagen und medizinische Untersuchungen.
Der Betrug fiel auf, als der Betroffene die genannte Berliner Kanzlei persönlich aufsuchte. Dort war der vermeintliche Vertrag unbekannt. Der Mann zahlte die zusätzlich geforderten 5.000 Euro nicht; der bereits entstandene Schaden beträgt nach Polizeiangaben 1.800 Euro.
Hohe Versprechen und Gebühren sind Warnzeichen
Bei einem Vorschussbetrug stellen Täter Gewinne, Erbschaften, Verträge oder andere hohe Zahlungen in Aussicht. Bevor das versprochene Geld fließen soll, fordern sie Kautionen, Prüfgebühren oder Bearbeitungskosten. Nach einer ersten Zahlung folgen häufig weitere Forderungen.
Die Polizei rät, bei unverlangten Kontakten über Messenger oder soziale Netzwerke besonders skeptisch zu sein. Genannte Kanzleien, Unternehmen oder Behörden sollten ausschließlich über selbst recherchierte offizielle Kontaktdaten geprüft werden. Links und Telefonnummern aus der verdächtigen Nachricht sollten Betroffene nicht verwenden.
Ausweisdokumente, medizinische Unterlagen und Bankdaten gehören nicht in die Hände unbekannter Kontaktpersonen. Wer bereits gezahlt hat, sollte den Kontakt abbrechen, Chatverläufe und Überweisungsbelege sichern und Anzeige erstatten.
Quellen
- Polizei warnt vor ungewöhnlicher Betrugsmasche: Hohes Geldversprechen für vermeintliche Erbenzeugung – Polizeipräsidium Neubrandenburg · abgerufen am 11. Sep. 2026
- Polizei Mecklenburg-Vorpommern: POL-NB: Polizei warnt vor ungewöhnlicher Betrugsmasche: Hohes Geldversprechen für vermeintliche Erbenzeugung – Polizei Mecklenburg-Vorpommern · abgerufen am 11. Sep. 2026