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Wirtschaft Niedersachsen
Küstenfischerei

Niedersachsen sucht Kompromiss für Fischerei und Meeresschutz

Land, Verbände und Küstenkommunen beraten über streng geschützte Meeresflächen. Ziel sind rechtssichere Lösungen, die Naturschutz und wirtschaftliche Fischerei verbinden.

Hannover. Niedersachsen will mit dem laufenden Fischereidialog Planungssicherheit für die Küstenfischerei schaffen und zugleich europäische Vorgaben zum Schutz der Meere umsetzen. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte erklärte in einer Landtagsdebatte, konkrete Flächenvorschläge lägen bereits vor und würden weiter überarbeitet.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bereiche des niedersächsischen Küstenmeeres künftig streng geschützt werden sollen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist das Ziel, 30 Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen, durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer bereits erfüllt. Handlungsbedarf bestehe jedoch noch beim strengeren Teilziel von zehn Prozent.

Dialog läuft seit April 2025

Der Niedersächsische Fischereidialog begann im April 2025. Landwirtschafts- und Umweltministerium beraten darin mit Fischerei- und Umweltverbänden sowie Vertretern der Küstenkommunen. Zusätzlich fanden Regionalkonferenzen in Greetsiel und Wremen statt, zu denen Fischereibetriebe, Erzeugerorganisationen und Hafenkommunen eingeladen waren.

Die Beteiligten sollen Lösungen entwickeln, die Schutzvorgaben und die weitere Nutzung des Küstenmeeres miteinander verbinden. Die Ergebnisse sollen anschließend in gesetzgeberische Verfahren einfließen. Niedersachsen orientiert sich dabei nach eigenen Angaben auch an Vorschlägen der Zukunftskommission Fischerei auf Bundesebene.

114 Fischereifahrzeuge an Niedersachsens Küste

Die wirtschaftliche Bedeutung ist regional konzentriert: An der niedersächsischen Küste liegen nach Ministeriumsangaben 114 Fischereifahrzeuge mit insgesamt 317 Beschäftigten. Darunter sind 88 Krabbenkutter in 17 Fischereihäfen sowie fünf Fahrzeuge der Muschelfischerei.

Staudte kündigte an, die vorliegenden Flächenvorschläge weiter zu passgenauen Lösungen zu entwickeln. Ob und wo zusätzliche streng geschützte Gebiete ausgewiesen werden, steht damit noch nicht endgültig fest.

Quellen

  1. Statement von Landwirtschaftsministerin Miriam StaudteNiedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz · abgerufen am 11. Sep. 2026
  2. Niedersachsen · Landesregierung: Statement von Landwirtschaftsministerin Miriam StaudteNiedersachsen · Landesregierung · abgerufen am 11. Sep. 2026
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