Hamburgs Rote Liste: Fast jede zweite heimische Fischart gefährdet
In Hamburg gelten 20 von 47 bewerteten heimischen Fisch- und Rundmaularten als gefährdet. Das entspricht 43 Prozent. Die Zahlen stammen aus der dritten Roten Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler, die die Hamburger Umweltbehörde Ende August veröffentlicht hat.
Erfolge und Warnsignale nebeneinander
Die Bestandsaufnahme zeigt kein einheitliches Bild. Bachneunauge, Groppe und Nase wurden gegenüber der vorigen Erhebung besser eingestuft. Bachneunauge und Groppe gelten nach Angaben der Behörde inzwischen wieder als ungefährdet. Zugleich wurden 14 Arten schlechter bewertet als 2015.
Tideelbe als Wanderweg
Für 15 von 47 heimischen Arten trägt Hamburg eine hohe bis sehr hohe Erhaltungsverantwortung. Die Tideelbe verbindet Nordsee und Oberläufe und ist unter anderem für Stint, Finte, Lachs und Aal wichtig. Gerade diese Wanderfische stehen laut Behörde durch Hindernisse, Gewässerausbau, Verschmutzungen und steigende Wassertemperaturen unter Druck.
Die wichtigsten Daten
- 53 etablierte Fisch- und Rundmaularten im Stadtgebiet
- 47 davon heimisch
- 20 heimische Arten als gefährdet eingestuft
- über 500 Maßnahmen im Projekt „Hamburg, deine Flussnatur“ vorgesehen
Die Rote Liste stützt sich auf Daten des Hamburger Artenkatasters bis Ende 2024. Sie macht damit sichtbar, wo Renaturierung bereits hilft und wo Gewässerschutz weiter notwendig bleibt.
Quellen
- Rote Liste der Fische 2026 – Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg · abgerufen am 15. Sep. 2026